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Claudia Rogge: Rapport 17.06.2005 - 20.07.2005
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Im Mittelpunkt der Arbeit von Claudia Rogge (* 1965) steht das Thema „Masse“. Die Betrachtung dieses Themas findet allzu schnell ausschließlich auf der inhaltlichen Ebene statt. Focus der soziologischen, philosophischen und psychologischen Auseinandersetzungen ist das Wesen der Masse. Ihre potentielle Verführbarkeit, sei es zugunsten von totalitären Systemen bis hin zur Beeinflussung durch Massenmedien, stehen dabei im Mittelpunkt der kritischen Überlegungen.
Der „formale“ Aspekt des Themas Masse bleibt meist weitestgehend unberücksichtigt. Löst man Inhalt, Kontext und Bedeutung ab, so unterscheidet sich rein optisch die dem Führer zujubelnde Meute nicht von der tosenden Menge während eines Pop-Konzertes.
Die aktuellen Arbeiten von Claudia Rogge stellen genau diese formale Ebene in den Vordergrund.
Claudia Rogge bearbeitet und verdeutlicht die Thematik auf zweierlei Weise. Die Ausstellung besteht einerseits aus ihren Fotoarbeiten und andererseits aus der Rapport -Installation:
Die Fotoarbeiten zeigen zum Ornament geformte Menschen. Nackte, oder bekleidete Frauen, Männer und Kinder – jeweils einzeln, in unterschiedlichen Positionen fotografiert - sind das Ausgangsmaterial. Die anschließende Weiterverarbeitung findet am Computer statt. Aus der Einzelfotografie eines Menschen wird durch Multiplikation eine Ansammlung der immer gleichen Person, in der immer gleichen Haltung, im immer gleichen Textil. Um im Bild einen bestimmten Rhythmus, eine Dynamik, eben ein Muster entstehen zu lassen, bedarf es der genauen Überprüfung der Einzelfotografien auf ihre Tauglichkeit zur Musterbildung. Je nachdem wie Claudia Rogge die Arbeiten synchronisiert, entstehen so subtile Arbeiten, die erst bei genauerem Hinsehen das dem Ornament zugrunde liegende menschliche Material erkennbar werden lässt.
Die Rapport-Installation besteht aus 20 Plexiglaskuben, die auf der Vorder- wie auf der Rückseite mit einem transparenten Aktfoto einer Frau kaschiert sind. Es handelt sich – ebenso wie bei den Fotoarbeiten - um die monochrome Wiederholung ein und derselben Frau. Durch die Anordnung der Kuben und deren Transparenz entstehen, abhängig vom Betrachterstandpunkt, jeweils neue Rhythmen und Deformationen.
Bekannt wurde Claudia Rogge durch ihr Projekt "mob". Sie ließ dafür einen gläsernen Lkw konstruieren und fuhr mit zwei verschiedenen Installationen durch Europa. Die erste Installation bestand aus 5000 formidentischen Baby-Kunststoff-Köpfen (2002), die zweite zeigte 66
gegossene Männerfiguren (2003-04).
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit Textbeiträgen von Marianne Hoffmann und Heinz-Norbert Jocks..
./ Teilnehmende Künstler
Claudia Rogge |