Im Rahmen von DÜSSELDORF - COLOGNE OPEN GALLERIES ' 09 geöffnet:
Fr. , 4. Sept., 18 - 22 h
Sa., 5. Sept., 12 - 20 h
So., 6.Sept., 12 - 16 h
In der Galerie Voss sind erstmalig Malereien von Masaharu Sato zu sehen. Die Arbeit des japanischen Künstlers wurde bereits mehrfach im asiatischen Raum gezeigt und prämiert, unter anderem wurde Sato in Japan mit dem Sonderpreis des renommierten "Taro Okamoto Award for contemporary art" ausgezeichnet.
Ausgebildet in klassischer Ölmalerei, hat sich der Künstler in seiner Kunst inzwischen den digitalen Techniken zugewandt. Als Grundlage seiner Malereien dienen Fotografien, die mittels eines sogenannten digitalen Stifts am Computer exakt nachgezeichnet werden. Die ursprüngliche Fotografie wird aus dem Hintergrund gelöscht, sodass nun nur noch das digital gezeichnete Bild existiert. Dank der hohen künstlerischen Fertigkeit von Sato und der Tatsache, dass in der digitalen Malerei natürlich keinerlei Pinselstriche und andere bekannte malerischen Charakteristika zu erkennen sind, ist eine klare Trennung von Fotografie und Malerei hinfällig. Dabei beabsichtigt der Künstler durchaus, dass bei seinen Kunstwerken letztendlich nicht mehr zwischen den verschiedenen Techniken unterschieden werden kann.
Die Bilder von Masaharu Sato zeigen Situationen aus dem alltäglichen Leben, wobei die wohlbekannten Szenen von kleinen, irritierenden Details gestört werden. Aus dem Buch des lesenden Heranwachsenden züngeln kleine Flammen, auf dem Sofa in der Lounge des Grandhotels sitzt ein nacktes Paar, aus der Plastiktüte auf der Straße quillt eine Perücke. Die oftmals surrealen Details haben eine beunruhigende Wirkung, denn sie könnten Indiz dafür sein, dass man vielleicht doch nicht die Realität betrachtet, sondern sich in einem Traum befindet.
In der Serie "Avatar" hat der Künstler seine Zeichnungen nun zusätzlich zu kleinen Filmen animiert. Elf Monitore zeigen Porträts von Menschen, die sich in unterschiedlichen Situationen befinden. Zu Anfang blicken die Köpfe allesamt zur Seite, drehen sich langsam dem Betrachter direkt zu und wenden dann ihren Blick synchron wieder ab; diese Sequenzen werden unendlich lang wiederholt. Der Titel der Serie bezieht sich in erster Linie auf die hinduistische Mythologie, in der menschgewordene Gottheiten als Avatare bezeichnet werden. Sato sieht diese Inkarnationen in jedem Menschen, gleich welcher Herkunft, welchen Charakters oder Aussehens. Sato wählt die unterschiedlichen Szenerien so, dass die Körper der Dargestellten immer durch Requisiten versteckt werden. Nur auf den Kopf beschränkt, der einen neutralen Gesichtsausdruck zeigt, kann man das Wesen der Personen lediglich anhand der Umgebung erschließen.
Die Ausstellung wird vom 4. bis 6. September 2009 bim Rahmen der Düsseldorf Cologne Open 2009 eröffnet, einer gemeinsamen Saisoneröffnung von Galerien aus beiden Städten. Rund 80 Galerien beteiligen sich an diesem Projekt, das ab diesem Jahr jährlich nach der Sommerpause stattfinden wird.